27 | 02 | 2015

Herzlich Willkommen auf der Seite von EU Kids Online - Germany

Wie nutzen Kinder und Jugendliche in Europa das Internet, welchen Risiken begegnen ihnen, welche Chancen bietet das Internet und wie gehen sie mit den vielfältigen Möglichkeiten um? Wo liegen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den einzelnen europäischen Ländern?

Diese und andere Fragen stehen im Mittelpunkt des Projekts EU Kids Online, einem internationalen Vernetzungsverbund, der europaweit verfügbare Daten zur Mediennutzung von Kindern Medien bündelt und internationalen Kooperationspartnern zur Verfügung stellt.

Nach einer ersten Bestandsaufnahme und Sondierungsphase (2006-2009) führte der Projektverbund 2010 eine europaweite Repräsentativbefragung zur sicheren Internetnutzung von Kindern und Jugendlichen durch. Insgesamt wurden 25.000 9- bis 16-Jährige und deren Eltern aus 25 europäischen Ländern befragt. Der Endbericht wurde 2011 veröffentlicht.
In der dritten Phase des Projekts (2011-2014) wurde zum einen die Datenbank mit Studien zur Onlinenutzung von Kindern in Europa aktualisiert und zum anderen die Daten aus der Repräsentativbefragung vertiefend ausgewertet. Darüber hinaus wurden in ausgewählten Ländern qualitative Interviews zum Risikoverständnis von Kindern durchgeführt.
Die Netzwerkaktivitäten werden auch nach Abschluss des Safer Internet Programms forgeführt und künftig vom Hans-Bredow-Institut koordiniert.  

 

Diese Website bildet den deutschen Knotenpunkt im Rahmen des Projektnetzwerkes und dient in erster Linie dem Transfer von Ergebnissen aus dem Gesamtprojekt. Die offizielle englischsprachige Projekt-Homepage findet sich unter der Adresse www.eukidsonline.net.



 

 

Europäische Studie zur digitalen Mediennutzung 0- bis 8-Jähriger

Ziel der Studie „Young Children (0-8) and digital technology: A qualitative exploratory study across seven countries” war es, die Erfahrungen von kleinen Kindern (0-8 Jahre) und ihren Familien im Umgang mit digitalen Medien wie etwa Smartphones, Tablets und Computern mit qualitativen Methoden abzubilden. Neben der Befragung zur Nutzung von (Online-)Medien, wurde auch erfasst, wie Eltern ihre Kinder dabei begleiten und unterstützen, um so potenzielle Chancen und Risiken der Nutzung besser abschätzen zu können. 70 Familien aus sechs EU-Staaten (Belgien, Finnland, Deutschland, Italien, Tschechien, UK) und Russland wurden befragt – der Fokus lag dabei auf Kindern zwischen sechs und sieben Jahren, die zumindest einmal pro Woche digitale Medien nutzen und nach Möglichkeit zumindest ein jüngeres Geschwisterkind haben. Neben den allgemeinen Befunden, methodischen Erläuterungen, einer Zusammenfassung der Ergebnisse und Handlungsempfehlungen enthält der Bericht umfassende Länderreports aus den sieben beteiligten Staaten.

Quelle: http://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC93239

Der Report kann hier heruntergeladen werden (pdf, englischsprachig, 528 Seiten)

JIM plus Nahaufnahmen 2011

Die „JIM plus Nahaufnahmen 2011“ wurden als qualitative Zusatzbefragung zur JIM-Studie durchgeführt. Einige Monate nach der Erstbefragung für die JIM-Studie 2011 wurden 102 Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren erneut telefonisch interviewt und zu Einstellungen und Hintergründen ihrer Mediennutzung befragt. Ausgewählte Ergebnisse der JIM-Studie werden durch wörtliche Zitate ergänzt – Ansichten und Überzeugungen sowie der mediale Alltag der Jugendlichen (auch per fotografischer Dokumentation)  abgebildet. Neben der Nutzung und dem Stellenwert von Fernsehen, Radio, Büchern und Tageszeitungen wurden die Jugendlichen zu ihrer Internetnutzung (z. B. zu Social Communites, Videoplattformen und Suchmaschinen), Computer-, Online-und Konsolenspielen und zur Glaubwürdigkeit von Medien befragt.

Die qualitative Zusatzbefragung zur JIM-Studie 2011 kann hier heruntergeladen werden (pdf, 64 Seiten).

BITKOM Studie: "Jung und vernetzt - Kinder und Jugendliche in der digitalen Gesellschaft"

Für die Studie wurden 982 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahren in Deutschland befragt (repräsentative Zufallsauswahl; Erhebungszeitraum: 14. bis 23. März 2014). Sie deckt die Bereiche Unterhaltungs- und Kommunikationsmedien, Internetnutzung, Kommunikationsverhalten und Soziale Netzwerke sowie allgemeine Mediennutzung und Gaming ab und formuliert darüber hinaus Handlungsempfehlungen für Eltern.

Auszug aus den Ergebnissen:

Ab einem Alter von 10 Jahren sind fast alle (94%) Kinder im Internet unterwegs – mit dem Alter steigt sowohl die Häufigkeit als auch die Dauer der Nutzung (durchschnittlich 22 Minuten pro Tag bei den 10- bis 11-Jährigen bis zu 115 Minuten bei den 16- bis 18-Jährigen).Während bei den 6- bis 7-Jährigen mehrheitlich der Laptop (64%) als Zugangsgerät genutzt wird, gewinnt das Smartphone bei den älteren Jugendlichen massiv an Bedeutung (89 Prozent der 16- bis 18-Jährigen gehen per Smartphone ins Internet). Ab einem Alter von etwa 8 Jahren wird die Nutzung von Online-Anwendungen deutlich vielfältiger. 75 Prozent schauen Videos und Filme online, 70 Prozent geben an, zumindest ab und zu Informationen für Schule und Ausbildung im Internet zu suchen, hören Musik im Internet (56%), spielen Online-Spiele (55%) und/oder suchen Informationen zu ihren Hobbys. Die Nutzung von Kurznachrichtendiensten (z. B. WhatsApp) und sozialen Netzwerken liegt insbesondere bei älteren Jugendlichen hoch im Kurs: 85% der 16- bis 18-Jährigen nutzen soziale Netzwerke, 78 Prozent nennen Kurznachrichten als wichtigste Kommunikationsform.

Positive Erfahrungen mit dem Internet überwiegen, allerdings geben 35 Prozent an, bereits negative Erfahrungen im Internet gemacht zu haben. 14 Prozent der Jugendlichen sind schon einmal online gemobbt oder beleidigt worden und 10 Prozent geben an, dass im Internet Lügen über sie verbreitet wurden. 14 Prozent haben Sachen im Internet gesehen, die ihnen Angst gemacht haben. Die meisten Kinder und Jugendlichen vertrauen sich ihren Eltern (58%) oder Freunden (50%) an, wenn sie negative Erfahrungen im Internet gemacht haben. Knapp die Hälfte (48%) der Eltern begrenzt die Dauer der Internetnutzung ihrer Kinder. Allerdings geschieht dies bei jüngeren Kindern und Jugendlichen deutlich häufiger (10- bis 11-Jährige: 76%) als bei älteren (14- bis 15-Jährige: 33%). 32 Prozent der Eltern sprechen regelmäßig mit ihren Kindern über im Internet gemachte Erfahrungen und 60 Prozent erklären, was im Internet erlaubt ist und was nicht. Jedes fünfte Elternhaus (21%) setzt auf technische Kinderschutz-Lösungen.

Quelle: http://www.bitkom.org/files/documents/20150114_BITKOM_Jugendstudie.pdf

Die komplette BITKOM-Studie "Jung und vernetzt - Kinder und Jugendliche in der digitalen Gesellschaft" kann hier heruntergeladen werden (pdf, 82 Seiten).

Net Children Go Mobile - Final Report

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Im Final Report des Net Children Go Mobile-Projekts werden sowohl quantitative als auch qualitative Ergebnisse zur Internetnutzung von Kindern präsentiert. Auf der einen Seite wird die Internetnutzung mobiler und "persönlicher". Kinder sind in der Lage unterwegs zu kommunizieren, Informationen abzurufen und ihren Interessen auf vielfältigen Wegen online nachzukommen. Ihre Kompetenzen im digitalen Bereich und in Sicherheitsfragen nehmen genauso wie ihre kommunikativen Fähigkeiten zu und sie fühlen sich dank ihrer Smartphones besser mit ihren Freunden verbunden (81% der befragten Kinder geben dies an).

Auf der anderen Seite haben drei von vier Kindern (72%) das Gefühl, ständig für ihre Freunde erreichbar sein zu müssen und 50% geben an, dass sie ein starkes Bedürfnis verspüren ihre Smartphones regelmäßig nach Neuigkeiten bzw. Nachrichten zu "checken".

Ausführlichere Informationen zum Thema finden sich im Final Report (pdf, englisch, 54 Seiten), in einer kompakten Infografik sowie auf der Homepage von Net Children Go Mobile.

EU Kids Online zieht Bilanz

Zum Abschluss der dritten Projektphase hat das europäische Forschungsnetzwerk EU Kids Online einen interaktiven Bericht mit den wichtigsten Befunden zur Onlinenutzung von Kindern und Jugendlichen und den damit verbundenen Chancen und Risiken veröffentlicht. Künftig wird das Hans-Bredow-Institut, das von Beginn an als deutscher Projektpartner an dem Netzwerk mitgewirkt hat, die Koordination übernehmen.

 
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Veröffentlichungen
O’Neill, Brian, Staksrud, Elisabeth and Mclaughlin, Sharon (2013) Towards a better internet for children: policy pillars, players and paradoxes. Research Antologies . Nordicom, Gothenburg, Sweden.
Livingstone, S., & Haddon, L. (eds) (2009). Kids online. Opportunities and risks for children. Bristol: The Policy Press.
Livingstone, Sonia, Haddon, Leslie and Görzig, Anke, eds. (2012) Children, risk and safety on the internet: research and policy challenges in comparative perspective. Policy Press, Bristol.
EU Kids Online (2014) EU Kids Online: findings, methods, recommendations. EU Kids Online, LSE, London, UK.