29 | 08 | 2014

Herzlich Willkommen auf der Seite von EU Kids Online - Germany

Wie nutzen Kinder und Jugendliche in Europa das Internet, welchen Risiken und Chancen begegnen sie und wie gehen sie mit ihnen um? Wo liegen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den einzelnen europäischen Ländern?

Diese und andere Fragen stehen im Mittelpunkt des Projekts EU Kids Online, das Anfang 2006 von der Europäischen Kommission im Rahmen des Safer Internet Plus Programms bewilligt wurde. Hierbei handelt es sich um eine internationale Vernetzungsinitiative, die europaweit verfügbare Daten zur Mediennutzung von Kindern Medien bündelt, internationalen Kooperationspartnern zur Verfügung stellt und auf dieser Basis Forschungsbedarfe identifiziert. Derzeit sind 32 europäische Länder an dieser Initiative beteiligt.

Nach einer ersten Bestandsaufnahme in der ersten Projektphase (2006-2009) startete im Juni 2009 das Folgeprojekt EU Kids Online II, in dem eine europaweite Repräsentativbefragung zur sicheren Internetnutzung von Heranwachsenden durchgeführt wurde. Hierbei wurden 25.000 9- bis 16-Jährige und deren Eltern aus 25 europäischen Ländern befragt. Der Endbericht wurde Ende September 2011 veröffentlicht.

Seit November 2011 wird das Projekt in einer dritten Phase fortgesetzt. In diesem Projektabschnitt wird zum einen die in EU Kids Online I angelegte Datenbank mit Studien zur Onlinenutzung von Kindern in Europa aktualisiert und erweitert, zum anderen werden die Daten aus der europaweiten Repräsentativbefragung vertiefend ausgewertet. Darüber hinaus werden in ausgewählten Ländern qualitative Interviews zum Risikoverständnis von Kindern durchgeführt.

 

Diese Website bildet den deutschen Knotenpunkt im Rahmen des Projektnetzwerkes und dient in erster Linie dem Transfer von Ergebnissen aus dem Gesamtprojekt. Koordiniert wird das Projekt auf deutscher Ebene vom Hans-Bredow-Institut für Medienforschung in Hamburg. Die offizielle englischsprachige Projekt-Homepage findet sich unter der Adresse www.eukidsonline.net.

Wir freuen uns über Hinweise auf interessante Aktivitäten, Studien und Publikationen zur Onlinenutzung von Kindern und Jugendlichen.



 

 

YouTube Video zum EU Kids Online "In their own Words"-Report

In diesem YouTube Video gibt Sonia Livingstone einen kurzen Überblick über die im "In their own Words"-Report gesammelten Themen und Erkenntnisse:

http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/20140825150wlv2c43a6o.jpg

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=DUIcGw9EwLA

Den englischsprachigen Report "In their own words: What bothers children online?" können Sie hier herunterladen (pdf, 20 Seiten).

KidsVerbraucherAnalyse (KidsVA) 2014

Für die KidsVerbraucherAnalyse (KidsVA) 2014 wurden 1660 Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren sowie jeweils ein Erziehungsberechtigter zum Medien- und Konsumverhalten der Jungen und Mädchen befragt (zusätzlich wurden 397 Eltern von Vorschulkindern interviewt).

Auszug aus den Studienergebnissen:

  • 82% (4,8 Mio.) der 6- bis 13-Jährigen verfügen über Computererfahrung. Dabei sind eigene Geräte wie PC, Tablet oder bei den Jüngeren ein Lerncomputer seltener zu finden (35%), als die Erlaubnis, den Computer oder das Tablet der Familie mitbenutzen zu dürfen (63%).
  • Computernutzung bedeutet aber nicht automatisch für alle Kinder, schon im Internet unterwegs zu sein. Mit 75% (4,4 Mio.) ist die junge Internet-Gemeinde zum Vorjahr um 2 Prozentpunkte gewachsen, wobei die Kluft zwischen den 10-bis 13-Jährigen (97%) und den 6- bis 9-Jährigen (51%) noch etwas größer wurde.
  • Welche Bedeutung das Internet insbesondere für die älteren Kinder hat, zeigt sich unter anderem daran, dass über die Hälfte von ihnen täglich online ist. Der Zugang zum Netz erfolgt dabei zunehmend auch mobil. Besonders die Verbreitung von Smartphones nimmt rasant zu. Jedes vierte Kind (1,5 Mio.) hat inzwischen ein solches Gerät und damit sind dies fast doppelt so viele Kinder wie noch im Jahr zuvor. Aber auch das klassische Handy bleibt noch im Gebrauch, sodass insgesamt 57% (3,4Mio.) der Kids mobil erreichbar sind.
  • Bei den 4- und 5-Jährigen haben auch schon ein Drittel erste Computer-Erfahrungen sammeln können und im Internet waren bereits 21%der Vorschüler. Über ein eigenes Handy oder Smartphone verfügen hingegen lediglich 6%.

Quelle: http://www.ehapa.de/wp-content/uploads/2014/08/KidsVA-2014-PM-PP.pdf

Telekom Sicherheitsreport 2014

Im Auftrag der Telekom hat das Institut für Demoskopie Allensbach insgesamt 1.503 Interviews mit einem repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung ab 16 Jahren, davon 262 Eltern mit Kindern im Alter von 6 bis 17 Jahren zum Thema Internet & IT-Sicherheit geführt. Dabei wurden auch die Erfahrungen von Kindern, die Risiken denen sie begegnen und die Verantwortung ihrer Eltern in den Fokus genommen.

Auszug aus den Studienergebnissen:

  • Zwar haben 50 Prozent das Gefühl, einen guten Überblick über die Aktivitäten ihrer Kinder im Internet zu haben. Fast genauso so viele – 49 Prozent – räumen aber ein, dass sich die Internetaktivitäten ihrer Kinder nur schwer überblicken lassen. Es zeigen sich hier sowohl Alters- (Überblick schwerer bei älteren Kindern) als auch Bildungseffekte (Eltern mit (Fach-) Abitur sind eher davon überzeugt, ziemlich gut über die Internetaktivitäten ihrer Kinder Bescheid zu wissen).
  • Gleichzeitig sind die Eltern überzeugt, dass ihre Kinder ausreichend über die Gefahren des Internets informiert sind. Dies gilt vor allem für Eltern mit älteren Kindern. Von Eltern, die (auch) Kinder im Alter von 14 bis 17 Jahren haben, glauben 71 Prozent, dass ihre Kinder sich gut mit Internetrisiken auskennen. Von den Eltern, die (auch) Kinder im Alter von 6 bis 9 Jahren haben, sind es – entsprechend dem jüngeren Alters der Kinder – lediglich 50 Prozent.
  • Soweit es um die Aufklärung der Kinder und Jugendlichen über die Risiken und Gefahren im Internet geht, sieht die Bevölkerung in erster Linie die Eltern, an zweiter Stelle Schulen und Lehrer in der Verantwortung.
  • Die Eltern sind sich einer Vielzahl von Risiken bewusst, denen ihre Kinder im Internet ausgesetzt sind. Am meisten beunruhigt die Eltern, dass ihre Kinder im Internet zu viel von sich preisgeben und zu lange online sein könnten: Jeweils zwei von drei Eltern machen sich darüber Sorgen. 62 Prozent machen sich darüber Sorgen, dass Kriminelle über Chats oder Foren Kontakt mit ihren Kinder aufnehmen könnten, 58 Prozent, dass Fotos der Kinder ohne deren Wissen ins Internet gestellt werden könnten. 56 Prozent machen sich Sorgen, dass ihr Kind im Internet gemobbt werden könnte. Auch Gewaltvideos, Pornografie und der illegale Download von Musik und Filmen beschäftigen jeweils die Hälfte der Eltern.
  • Tatsächlich schlechte Erfahrungen gemacht haben nach Einschätzung der Eltern hingegen deutlich weniger ihrer Kinder. Noch am häufigsten haben Eltern den Eindruck, dass ihre Kinder zu viel Zeit im Internet verbringen (36 Prozent), sich auf falsche Informationen aus dem Netz verlassen (28 Prozent) und zu viel von sich preisgeben (23 Prozent). Jeweils rund ein Fünftel der Eltern berichtet zudem davon, dass ihre Kinder pornografische Filme oder Gewaltvideos gesehen sowie illegal Musik oder Filme heruntergeladen haben. Das Thema Cybermobbing spielt nach Wahrnehmung der Eltern eine untergeordnete Rolle: 12 Prozent berichten davon, dass eines ihrer Kinder schon im Internet gemobbt wurde. Insgesamt geben 72 Prozent der Eltern zu Protokoll, dass ihre Kinder schon mindestens eine der 13 Erfahrungen gemacht haben. 26 Prozent sagen, dass ihre Kinder noch keine der 13 Gefahren erlebt bzw. gemacht haben.

Quelle: http://www.telekom.com/static/-/244706/3/140801-sicherheitsreport2014-si

Der Telekom Sicherheitsreport 2014 kann hier heruntergeladen werden (pdf, 13 Seiten).

AOK-Familienstudie 2014

Die AOK-Familienstudie 2014 untersuchte in einer Repräsentativbefragung von Eltern mit Kindern von 4 bis 14 Jahren unter anderem wie Medien im Familienalltag genutzt werden.

Auszug aus den Studienergebnissen:

  • Jüngere Kinder zwischen 4 und 6 Jahren haben nur vereinzelt Zugriff auf elektronische Medien. Insbesondere Computer, Internet, Smartphone und Spielkonsole sind noch mehrheitlich tabu für die Jüngsten. Ein Drittel der Kinder unter 7 Jahren nutzt den Computer aber bereits zusammen mit den Eltern, ein Viertel geht mit den Eltern auch online. Nur wenige Kinder in diesem Alter nutzen Tablet, Spielkonsole und Smartphone – und wenn, dann meist zusammen mit den Eltern.
  • In Bezug auf die Nutzung von Computer, Smartphone und Internet zeigt sich, dass die Kinder von alleinerziehenden Eltern diese Geräte auffällig häufiger alleine nutzen als Kinder von Eltern in Paarfamilien (Computer: 41% vs. 31%, Smartphone: 36% vs. 25%, Internet: 35% vs. 23%).
  • Die meisten Eltern gehen davon aus, dass sie ihren Kindern im Hinblick auf die Fähigkeit, Geräte technisch bedienen zu können, klar voraus sind. Ausnahme ist lediglich die Bedienung von Videospielkonsolen. In Bezug auf Videospiele schreiben die Eltern ihren Kindern zwar eine hohe technische Kompetenz zu, sehen ihre Kinder jedoch kaum in der Lage, die Inhalte kritisch bewerten zu können.
  • Die elterliche Einschätzung der technischen wie der inhaltlichen Medienkompetenz ihres Kindes ist erwartungsgemäß vom Alter des Kindes abhängig: Sie fällt umso höher aus, je älter das Kind ist.
  • Die Eltern haben mehrheitlich (57%) feste Regeln zur Mediennutzung des Kindes festgelegt. Es gibt so gut wie keine Eltern, die die Mediennutzung ihrer Kinder völlig in deren Händen lassen.
  • Knapp die Hälfte der Väter und Mütter informiert sich darüber, welche Medieninhalte für ihr Kind geeignet sind, und fast ein Drittel spricht regelmäßig mit dem Kind über die genutzten Medieninhalte.

Quelle: http://familie.aok.de/fileadmin/fm-aok/Dokumente/bundesweit/AOK-Familienstudie-2014_Gesamtbericht-Band-1.pdf

Die Studie kann hier heruntergeladen werden (pdf, 98 Seiten).

JFF-Materialien: "Online-Werbung mit Jugendlichen zum Thema machen"

Titelbild der Materialien "Online-Werbung mit Jugendlichen zum Thema machen"    

Um Jugendliche besser auf Herausforderungen in Bezug auf Online-Werbung vorzubereiten hat das JFF (Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis) Materialien für die pädagogische Arbeit in der Verbraucherbildung veröffentlicht. Thematisiert werden beispielsweise die in kommerziellen Angeboten enthaltenen und mitunter komplizierten Klauseln in Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), neue spezifische Werbeformen im Social Web sowie die Auswertung persönlicher Informationen für personalisierte Werbung. Die Materialien für die pädagogische Arbeit in der Verbraucherbildung rund um das Social Web können heruntergeladen und kostenfrei bestellt werden.

 

Quelle: http://www.jff.de/jff/aktivitaeten/forschung/artikel/art/materialien-online-werbung-mit-jugendlichen-zum-thema-machen/

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Veröffentlichungen

Livingstone, S., Haddon, L., & Görzig, A. (eds) (2012).  Children, risk and safety on the internet: Kids online in comparative perspective. Bristol: The Policy Press.

Livingstone, S., & Haddon, L. (eds) (2009). Kids online. Opportunities and risks for children. Bristol: The Policy Press.