Der Bericht „Families and screentime: Current advice and emerging research” ist Teil des Parenting for a Digital Future-Projekts und untersucht zum einen, wie Eltern die Mediennutzung ihrer Kinder begleiten und reglementieren und welche Strategien der elterlichen Mediation sich diesbezüglich als besonders effektiv herausstellen. Zum anderen gibt der Bericht einen Überblick über die aktuelle Forschungsliteratur zum Thema und überprüft diese hinsichtlich ihrer Konsistenz und Qualität. Schließlich werden auf Grundlage der einbezogenen Forschungsliteratur sowie eigener empirischer Untersuchungen Empfehlungen zum Umgang mit digitalen Medien in der Familie gegeben.

Zentrale Erkenntnisse:

  • Obwohl digitale Medien in vielen Bereichen des Familienlebens eine Rolle spielen, verbinden die meisten Eltern mit der ‚Bildschirmzeit‘ ihrer Kinder vor allem potenzielle Risiken. Die Möglichkeiten der digitalen Mediennutzung um neue Dinge zu lernen, zu kommunizieren oder aber kreativ tätig zu sein, wird nur von einem kleinen Teil der befragten Eltern betont. Ein einseitiger Fokus auf die Risiken der Nutzung digitaler Medien könne allerdings den Blick auf die Chancen und Möglichkeiten des digitalen Zeitalters für Kinder und Jugendliche verstellen.
  • Die Begleitung der Mediennutzung ihrer Kinder variiert stark zwischen den befragten Familien. Einige präferieren klare Zeitlimits oder die Nutzung von technischen Restriktionsmöglichkeiten, wie etwa den Einsatz von Filtersoftware, um die Mediennutzung ihrer Kinder zu überwachen und zu reglementieren. Andere setzen eher auf ‚aktive‘ Strategien: Sie nutzen Medien gemeinsam mit ihren Kindern und besprechen das Gesehene und Erlebte mit ihnen. Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass Kinder aus Familien, die eine Kombination der genannten Ansätze – also eine aktive Begleitung mitsamt gemeinsam besprochener Regeln zu Nutzungszeiten und -inhalten – einsetzen, sowohl besser dazu in der Lage sind, die Chancen und Möglichkeiten digitaler Medien wahrzunehmen, als auch mit den potenziellen Risiken der Nutzung umzugehen.
  • Aus Sicht der Autorinnen greift der bisherige Fokus auf die ‚Bildschirmzeit‘ bzw. die Dauer der Mediennutzung zu kurz. Viel mehr sollten Eltern sich darüber Gedanken machen, wie Nutzungskontexte (wo, wann und wie digitale Medien genutzt werden) und Nutzungsinhalte (was wird angesehen bzw. genutzt) aussehen und ob soziale Beziehungen durch die Nutzung digitaler Medien eher erleichtert oder aber behindert werden.

Der englischsprachige Bericht „Families and screentime: Current advice and emerging research” kann hier heruntergeladen werden (PDF, 52 Seiten).

Quelle: Blum-Ross, Alicia and Livingstone, Sonia (2016) Families and screen time: current advice and emerging research. LSE Media Policy Project, Media Policy Brief 17. The London School of Economics and Political Science, London, UK.

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